Liebe Leserinnen und Leser
Gut möglich, dass dies schon bereits unser letzter Blogeintrag über das Leben in Sevilla und Andalusien sein wird. In gut drei Wochen werden wir zurückkehren und uns wieder ganz unseren schweizerischen Abenteuern widmen. Vorher möchten wir euch aber noch über ein sehr erwähnenswertes Fest berichten - La Feria de Abril.
Wie immer haben wir euch zum Fest noch einige Fotos beigefügt, um das Geschriebene ein wenig mehr zu veranschaulichen. Die Feria de Abril fand dieses Jahr in der ganzen letzten Woche des Monats April statt. Auch wenn das einige nicht so gerne hoeren, das Fest ähnelt doch sehr dem Oktoberfest. Dies selbstverständlich mit sehr viel Lokalkolorit. Das Fest findet auf einem extra reservierten Festplatz statt, welcher sehr nahegelegen zum Stadtzentrum liegt. Im Gegensatz zu München gibt es hier sehr viele kleine Zelte, sogenannte Casetas, in welche man nur Zugang kriegt, wenn man entweder beim Besitzer arbeitet (wie wir zum Beispiel), Mitglied der organisierenden Gemeinschaft ist oder von einem der Zugang hat eingeladen wurde. Diese Casetas haben typischerweise zwei Teile. Einen vorderen, wo ma eher sitzt und auf die Strasse rausschaut und einen hinteren Teil, wo es meist eine Bar grösseren Ausmasses gibt. Amüsant fanden wir, dass in der Caseta der Helvetia Konsumationen nicht mit Bargeld bezahlen werden konnten, sondern nur mit einer Unterschrift. Der fällige Betrag wird einem dann direkt vom nächsten Monatslohn abgezogen. Gemäss sehr vertrauenswürdiger Quelle aus der Buchhaltung wissen wir, dass einige Mitarbeiter jeweils im Mai keinen Lohn erhalten und sogar einen Teil des Junilohnes abgezogen kriegen. Wenn hier mal nicht gefestet wird!
Sehr eindrücklich sind die Kleider, welche die Frauen tragen. Es handelt sich um Flamencokleider, welche etwas zigeunerhaftes an sich haben. Dem Stoff sind farblich keine Grenzen gesetzt und die Frauen haben es sich, so zumindest mein Eindruck, zum Ziel gesetzt, dass ihr Kleid nicht ein zweites Mal vorkommt. Somit gibt es viel Abwechslung fürs Auge und auch einge lustige Farb- und Musterkombinationen zu bestauen.
Während dem am Oktoberfest eher im Kreis getanzt wird, tanzt man hier eine typische Sevillana zu zweit. Ein durchaus sehr sehenswerter und erotischer Tanz. Getrunken wird vor allem Rebujito (Weisswein aus Jerez (Manzanilla) gemischt mit Seven Up) im Gegensatz zu einer coolen Mass. Ebenfalls zur Feria gehören Pferde. Sei dies der Vater mit seiner Tochter oder junge Burschen hoch zu Ross auf Brautschau oder der obligate Fässertransport von Manzanilla.
In die Feria kann man durch ein grosses Tor eintreten, welches eines der ursprünglich dreizehn Stadttore von Sevilla symbolisiert und jedes Jahr gewechselt wird. Das Tor hat enorme Ausmasse und es werden jedes Jahr mehrere Wochen für die Erstellung gebraucht. Beiden Festern gleich ist, dass beide über einen sehr grossen Rummelplatz (Chilbi) mit vielen Attraktionen verfügen. In Sevilla liegt das Schwergewicht aber ein wenig mehr auf Bahnen für Kinder.
Im Oktoberfest kommen recht viele Besucher von weit her. Sehr beliebt ist z.B. das Italienerwochenende. Typisch für Sevilla ist, dass es einige Sevillanos gibt, welche während der Feria ihre Wohnung zu horrenden Preisen an Touristen weitervermieten und selber die Stadt fluchtartig verlassen.
Wir haben dann die Stadt nach drei Tagen ebenfalls verlassen, um für ein verlängertes Wochenende in die Schweiz zurückzukehren.
So, wir bedanken uns bei euch ganz herzliche für eure Aufmerksamkeit und euren Gwunder mehr über unser „Abenteuer Sevilla“ zu erfahren. Gerne kehren wir wieder zurück und freuen uns auf die Schweiz und unsere Zukunft als baldige Familie
Auf ein baldiges Wiedersehen!
Sandra & Patrick

1 comment
Comments feed for this article
12. Juni 2009 um 7:02
maikoll
Liebe Sandra, lieber Patrick
Besten Dank für die interessanten Einblicke in Euer Leben im interessanten Sevilla.
Wünsche Euch eine gute Heimreise, nur das Allerbeste für die ganze Familie und freue mich natürlich jetzt schon, wenn ich auch von der Schweiz das eine oder andere Erlebnis hier auf dem Blog mitverfolgen darf!
Take care,
Maikoll
http://www.maikoll.wordpress.com