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vier tage lang bin ich durch sevilla gepirscht, auf der suche nach unbestimmtem … manchmal alleine, manchmal in begleitung von sandra oder patrick oder gleich beiden … einige entdeckungen habe ich unten angefügt, und wem ebenfalls noch die ehre zuteil kommt in sevilla einige tage zu verbleiben, der mag vielleicht einiges wiederfinden …
herzlichen dank für historische exkurse, touristische führungen und den aufenthalt in eurer loge. Daniela
20.1. ein kellner mit buckel und geöltem seitenscheitel, der mit kreide das konsumierte auf der theke festhält und sie sich danach hinters ohr klemmt … eine schweizer bahnhofsuhr mit der beschriftung sbb mitten in der stadt öffentlich und prominent platziert … ein kaffee mit einer beachtlichen sammlung an espressokochern …
21.1. kacheln entlang von gehsteigen und kreisend um brunnen, als sitzgelegenheit in park und bar, in hauseingängen oder als werbefläche, es scheint, die ganze stadt als ein nach aussen gestülpter kachelofen … ein laden vollgestopft mit bunten getupften und berüschten kleidern für die fiestas … ein gebäude mit vermauerten fenstern, wobei die vermauerung aus weiss bemalten backsteinen besteht, welche mit abstand zueinander gesetzt wurden, sodass ein muster entsteht … media con tomates in einem kaffee mit kettelchen entlang den grünen wänden und schwarzen gelenk-lampen … frau mit kopftuch und grünem buchs oder so in den händen …
22.1. pflastersteine überall, während dieses regnerischen tages allerdings eine aalglatte tatsache, sodass ich entlang den trottoirs schlipfe, die arme stets bereit zum ausgleichen … der ruf einer eule und von der ambulanz gleichzeitig inmitten der stadt, mehrmals täglich hörbar … ein irrgarten, welcher endlich mal funktioniert, sodass ich kaum eingetreten auch die orientierung zu den nahen gebäuden verliere, da diese real verschwinden … ein schnitz von einem haus, welches zumindest auf der einen seite nicht mehr als einen meter misst … junges volk mit plastiksäcken, sodass ich bereits erahne, was mich in welcher richtung erwarten wird …
23.1 ein rhythmisch auf- und abschwellendes stampfen der flamencotänzerinnen, ein pulsierendes pochen, welches während der siesta nicht ganz mit meinem herzrhythmus in einklang zu bringen ist … die suche nach dem eingang, das verlorengehen in räumen, halboffene türen und zum xten mal die frage, ob ich da wohl rein kann oder ob es links weiter geht und warum denn schon wieder kein pfeil mir den weg weist und dafür angestellte von hinten zurufen und nach rechts zeigen? … ein laden, so eng, dass ich quer durch die gestelle muss um mir ein wasser zu angeln … knallgrüne kandierte früchtchen, von welchen ich mir eines als mitbringsel ergattere …
Zuerst wünschen wir allen Lesern von Herzen eine gutes neues Jahr. Wir hoffen, ihr seid gut ins 2009 rübergerutscht und hattet einen exzellenten Start!
Es gibt noch was aus dem altem Jahr zu berichten.:
Am letzten Arbeitstag, bevor wir uns die Ferien begaben, haben wir von unserem Arbeitgeber ein Weihnachtsgeschenk erhalten. ![]()
Dies hat in Spanien richtig Tradition und es gibt fast einen inoffiziellen Wettbewerb um das beste Geschenk. Der Clou ist, dass praktisch alle Firmen das gleich schenken, nämlich einen Schinken.
Es kommt also ganz auf die Qualität drauf an. Unserer ist gemäss unseren Arbeitskollegen was ganz besonderes. Es handelt sich hier um ein 4 Kilo-Geschoss (könnte auch problemlos als Totschläger eingesetzt werden) von einem Schwein, welches mit feinsten Eicheln gefuettert wurde. Das Fleisch sei anscheinend vom Feinsten, es zergehe fast von alleine auf der Zunge. Mal schauen – bevor wir es herausfinden koennen, muessen wir uns noch eine Jamonera (Einspannvorrichtung) und die korrekten Messer kaufen.
Damit aber nicht genug – es gab auch noch einige Flaschen harten Alkohol geschenkt. Was uns der Arbeitgeber hiermit wohl genau sagen will.
In Spanien, im Gegensatz zum Rest Europas, werden die Weihnachtsgeschenke erst am 6. Januar abgegeben. Demnach handelt es sich nicht um Weihnachtsgeschenke,
sondern um 3-Königsgeschenke. Diese bringen in der Nacht auf den 6. Januar den artigen Menschen Geschenke, den anderen lassen sie ein Stückchen Kohle da.
Da die Kamele auf ihrer langen Reise so richtig durstig werden, stellen die Kinder Schalen mit Wasser vor die Türe. Wenn sie dann am Morgen aufstehen, geht die Bescherung los.. und es kann
gespielt werden, denn der 6. Januar ist schulfrei!
Als Einstimmung auf diesen wichtigen Tag finden am Vorabend in Dörfern und Städten Cabalgatas statt. Das sind Umzüge, ähnlich wie bei uns die Fasnachtsumzüge. Die verschiedenen Sujets begleitet die drei heiligen Könige in die Stadt hinein. Anstelle von Konfetti werden Unmengen von Zältli geworfen. Einige Zuschauer halten ihren offenen Schirm hin (umgekehrt natürlich) um die Zältli aufzufangen, andere halten direkt ihre Tasche hin, aber Achtung die steinharten Süssigkeiten können teilweise wie Wurfgeschosse daherkommen und es könnte durchaus zu kleineren Verletzungen kommen.
Auf Sevilla Fotos haben wir euch einige Eindrücke zusammengestellt.
Und zum Schluss noch dies: Das letzte Bild der erwähnten Fotoreportage wurde an unserem Lieblingsplatz aufgenommen. Ein Sujet, welches gut in jeder Schweizer Stadt hätte aufgenommen werden können. Ihr werdet es uns nicht glauben, aber das Bild ist hier entstanden! Und ehrlich gesagt.. es hätte nicht unbedingt sein müssen.
Besitos!
Die Geschenke werden am 5. Dezember (in der Nacht) durch die Reyes Magos (drei Könige) gebracht. Hierfür gibt es in ganz Spanien richtige Umzüge (cabalgatas), welche am besten mit unseren Fasnachtsumzügen zu vergleichen sind. Statt Konfetti werden einfach Bonbons (caramelos) aus den Wagen geworfen. Hierbei kommt es auch immer wieder zu kleineren Verletzungen, da die steingharten Bonbons teilweise Wurfgeschosswirkungen aufweisen können. Hier findet ihr einige Eindrücke zum Weihnachtsgeschenk und zu den Reyes Magos.
