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Auch in Spanien wird Weihnachten gefeiert. Klar gibt es auch hier einige Unterschiede zur Schweiz. Was man glauben könnte ist, dass es im Land der Sonne keinen Schnee gibt – weit gefehlt! Sevilla ist hier eine grosse Ausnahme. Im Resten Spaniens und auch Andalusiens liegt Schnee und die Fernsehkanäle werden nicht müde jeden Tag ausführlich und teilweise recht amüsant darüber zu berichten. Unser Highlight (O-Ton einer Moderatorin): “Schaut her, das ist Schnee und den kann man sogar essen!“ Kaum gesagt, stopft sie sich vor laufendem Millionenpublikum eine Handvoll Schnee in den Mund und degustiert ihn wie ein 5-Sternemenú.
Aber auch sonst merkt man hier die Unterschiede im Umgang mit Weihnachten oder Silvester:
- In den Warenhaeusern hoert man statt der weltbekannten weihnächtlichen Evergreens in der Weihnachtsgeschenkeabteilung Flamenco
Die Strassenbeleuchtungen sind so kitschig, dass sie schon wieder schoen anmuten (Faro in Portugal ist absoluter Spitzenreiter)
- Adventskalender, Adventskraenze und dergleichen kennt man hier nicht und wir erzeugen mit unseren Fotos und Erzaehlungen von unseren Traditionen und Bräuchen jeweils ungläubiges Staunen
- Die Weihnachstgeschenke werden hier nicht am 24. Dezember durch das Christkind gebracht, sondern erst am 6. Januar durch die drei heiligen Könige, was einer gewissen Logik nicht entbehrt. Zudem positiv ist der Umstand, dass der 6. Dezember ein nationaler Feiertag ist, an welchem groesse Umzüge der Könige und Geschenkliverteilungen von verschiedenen Vereinen stattfinden.
- Zu Weihnachten extrem beliebt sind Loterielose (Lotería de Navidad). In ganz Spanien gibt es eine groessere fünfstellige Anzahl von verschiedenen Losen, welche jeweils eine eigene Nummer haben. Diese Lose lassen sich in Anteile aufteilen. Sollte am 22. Dezember z.B. die Nummern der Helvetia gezogen werden (ja, unsere Firma hat zwei eigene, exklusive Los-Nummern), dann wird der Gewinn durch alle Besitzer eines Anteils geteilt (koennen immer noch mehrere Hundertausend Euros (steuerfrei) sein). Ich besitze folgende Losnummern: 21.883, 48.150, 60.821, 65.049 – drueckt uns die Daumen! Die Ziehung der Zahlen ist ein Strassenfeger, denn die Nummern werden von Chorknaben GESUNGEN. Und wer moechte denn nicht sofort wissen, ob er gewonnen hat.. Leider verpassen wir die Ziehung, werden sie dann aber später per DVD oder im Internet nachholen..
- Zu Silvester wird bei den ersten Glockenschlaegen des neuen Jahrs jeweils por Schlag eine Weintraube gegessen – soll anscheinend Glueck bringen.
Bald zieht es uns zum ersten Mal seit einem halben Jahr zurück in die Schweiz.
Wir wünschen euch allen von ganzem Herzem eine erholsame Weihnnachtszeit und ein erfolgreiches neues Jahr!
Sandra und Patrick
Das ist portugisisch und heisst DANKE. Demnach könnt ihr euch wohl denken, was wir mit unserem zusätzlichen Feiertag angestellt haben. Mit einem gemieteten Auto zogen wir am Freitag nach der Arbeit los in Richtung Algarve. Wir hatten zuvor die Karte ein bisschen studiert und auf www.wikipedia.ch geschmöckert, aber ein Hotel haben wir noch nicht gebucht.
Erste Destination war Faro. Uns wurde zwar von verschiedenen Seiten gesagt, dass Faro im Winter nicht wirklich toll sei, dies können wir jedoch überhaupt nicht bestätigen. Als wir eintrafen, war es bereits Nacht und die Gassen der Einkaufszonen mit Weihnachtslichtern geschmückt. Speziell war, dass nicht in der ganzen Stadt dieselben Lichter leuchteten, sondern jede Strasse hatte ihr eigenes Sujet. So leuchteten in einer Gasse Engel und einer anderen Sterne… Bei uns kam sowas wir Weihnachtsstimmung hoch
Ausserdem lief man in
den Gassen auf einem roten Teppich, was wahrscheinlich vor dem Umfallen (es regnete ein bisschen) schützen sollte und aber auch ein edles Gefühl gab. Tolles Detail.
Nach einem portugiesischen Gericht zum Znacht (Cataplana). Dieser Kupfertopf war gefüllt mir verschiedenen Fischsorten, Muscheln und Gemüse. Mmmm..
Am Samstag bestiegen wir einen Katamaran und fuhren zum Atlantik. Dazu muss man wissen, dass Faro nicht direkt am Meer liegt, sondern an einem Naturschutzpark (Ria Formosa), der je nach Stand der Gezeiten mehr oder weniger von Wasser umgeben ist. Es sieht aus wie ein grosser Wirrwarr an Flüssen mit einer ungemeinen Vielzahl an Vögeln und Fischen. Wir fuhren als mit dem Katamaran ganz langsam durch dieses Flusslabyrith bis zur Mündung im den Atlantik. Dort erwartete uns ein wunderschöner Ort. Seht selber auf unseren Fotos.
Noch drei Stunden wieder in Faro fuhren wir weiter nach Lagos. Hier hatten wir ein bisschen mehr Mühe ein Hotel zu finden. Navi sei Dank landeten wir in einem 4-Sternhotel zu einem Schnäppchenpreis. Wir buchten natürlich gleich beide folgenden Nächte
. In Lagos (wie aber auch Faro) fielen uns die vielen Briten auf. Es scheint ganze Kolonien zu haben. In Lagos findet man auch ein Pub nach dem anderen und überall werden die Spiele der PremierLeague übertragen. Wir erklärten es uns mit dem Geschehen in der Geschichte (Seefahrer und Schlachten), mit dem feuchten Wetter (natürlich nur im Winter
) und der gleichen Zeitzone wie England. Täglich fliegen übrigens unzählige Billigflieger (easyjet, ryanair..) direkt von London an die Algarve.
Am Sonntag morgen unternahmen wir einen Ausflug an den südwestlichsten Punkt von Kontinental-Europa. Von hier soll Heinrich der Seefahrer auf seine Touren gestartet sein.. Am Kap de San Vicente staunten wir über die hohen Klippen. Ich war sehr dankbar, waren die Wellen nicht so hoch, wie auf einigen Blindern in Prospekten abgebildet. Gemütlich zogen wir dann von Ort zu Ort und genossen die Aussicht und dazwischen einmal ein kleines Museum (Es war ganz versteckt. Obwohl im Mai eröffnet, haben noch leider noch nicht viele Besucher den Weg dorthin gefunden).
Abends feierten wir dann die Tore des FC Sevilla über Real Madrid in einer britischen Sportsbar. Da keine anderen Gäste dort waren, wurde das Spiel an der Hauptleinwand gezeigt.
Am Montag stoppten wir nahe der Grenze auf spanischen Boden in Ayamonte und schüttelten den Kopf über all die grossen, verlassenen Ferienbauten. Wir wollen uns gar nicht einbilden, wie es hier im Sommer aussehen muss.
Der Link zu den entsprechenden Fotogalerien darf natürlich nicht fehlen..
Gespannt verfolgen wir die Geschehnisse um die Bundesratswahlen und der kommende Schneesegen. Wir freuen uns schon auf unseren Besuch in der Schweiz. Zuvor gibt es aber am nächsten Samstag ein Weihnachts-Mittagessen mit unseren Freunden von der Helvetia. Aus Erfahrung wissen wir.. am Abend brauchen wir nichts zu planen
Ausserdem sind wir natürlich gespannt, wie die Weihnachtsbeleuchtung in Sevilla aussieht.. ob sie wohl so schön wie jene aus Faro ist? Und ein Besuch im neu eröffneten Nespresso-Shop darf auch nicht fehlen.. Auch sind wir schon am Überlegen wohin unsere nächste Reise gehen soll.. ach ja, zwischendurch arbeiten wir natürlich – nur das hier keine falsche Vorstellungen aufkommen.
Besinnliche Adventstage!
