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Gestern haben wir uns mit einem Bus von Sevilla nach Cádiz aufgemacht. Dieser brachte uns innerhalb von weniger als zwei Stunden an den Atlantik. Warum gerade Cádiz? Viele unserer spanischen Bekannten machen sich jeweils am Samstag auf, um dort am Strand zu baden und haben uns richtig vorgeschwärmt, wie toll es sei. Also nichts wie hin. Cádiz ist als Insel vollständig vom Atlantik umspühlt. Nur eine Brücke verbindet es mit dem Festland. Anbei eine Satellitenaufnahme.
Wahrlich eine eindrückliche Stadt mit einer bewegten Geschichte. Hier wurde vor fast 200 Jahren die erste spanische Verfassung ausgerufen und darauf ist man mächtig stolz. Bereits heute hängen überall in der Stadt Plakate, welche auf das Fest in vier Jahren aufmerksam machen. Bis dahin ist aber noch viel zu tun. Momentan werden viele historisch bedeutende Gebäude auf Vordermann gebracht und die Stadt gleicht in vielen Quartieren eher einer Baustelle. Gut erschlossen sind vom Tourismusbüro aus die verschiedenen Sehenswürdigkeiten. Einfach eine Tour auswählen und den Farbstrichen am Boden folgen. Einfach und überzeugend. Die Stadt besticht durch grosse und imponsante Festungsmauern, eine Kathedrale, viele kleine schmucke Plätzchen und durch recht enge Gässlein, welche viel Schatten spenden.
Gestern war wohl gerade der Tag der Heiratsfreudigen. Mehr als vier verschiedene Hochzeiten haben wir aktiv miterlebt. Aktiv aus dem Grund, da bei Hochzeiten die Kirchentüren offen bleiben und jeder der Lust hat, am Fest teilhaben kann.
Eindrücklich bei der Hin- und Rückfahrt sind all die grossen Hafenanlagen. Cádiz wird auch heute noch dominiert vom Schiffsverkehr – sie ist die grösste Hafenstadt Andalusiens. In der Geschichte wurde sie mehrere Male erobert und hat eine ziemlich bewegte Zeit hinter sich (Kolumbus, Napoleon, Spanische Armada, usw.).
Am Markt waren wir auch noch. Der ist leider ein wenig gedrängt, da er nur ein Provisiorium darstellt. Das Original ist noch in der Renovation (siehe oben). Wir haben nach vier absolvierten Touren vor allem die
Zeit genossen und viel gelesen (ich ein ganzes Buch).
Was uns angenehm überrascht hat, waren die für Sevilla-Verhätnisse sehr kühlen Temperaturen. Am Abend konnte man ein Jäcklein (zumindest Sandra) gut vertragen – Sie hat in Spanien zum ersten Mal gefroren!
Bestens in Erinnerung wird uns eine private Führung durch eine nicht sehr spezielle Kapelle. Nachdem die Ticketverkäuferin gemerkt hat, dass wir neben der Aussage „dos“ für „Zwei Eintritte“ noch mehr spanisch können, hat sie uns kurzerhand eine ältere Frau zur Seite gestellt, welche uns die Kapelle in allen Details erklärt hat. War echt sehr liebenswert und amüsant, auch wenn wir nicht alles verstanden haben.
In Cádiz scheint es sehr viele ausländische Touristen zu haben, da die meisten Menü-Karten in allen erdenklichen Fremdsprachen erhältlich sind. Irgendwie fanden wir aber trotzdem, dass die Stadt ein wenig verwaist wirkte. Wahrscheinlich ist die Hauptferienzeit wirklich schon vorbei. Man sagt hier in Sevilla, dass Cádiz etwas von Kuba (Havanna) habe. Das etwas haben wir nicht wirklich bemerkt. Vielleicht fehlt uns hier etwas das Auge. Anscheinend soll ein Teil des James Bond Films „Stirb an einem anderen Tag“ in Cádiz gedreht worden sein. Wo genau haben wir nicht herausgefunden.
Sandra hat auf dem Plaza de las flores noch Basilikum gekauft, welcher im Bus herrlich geduftet hat.
Genossen haben wir unseren Ausflug auf jeden Fall. Ob wir nochmals nach Cádiz gehen werden, lassen wir mal offen.
Wer selber Lust hat ein wenig die Stadt anzuschauen, dem sei einerseits ein virtueller Rundgang oder andererseits unsere Bildergalerie empfohlen.
Bevor ich mit dem Thema von heute beginne, hier die Kurznews:
- Die Schachteln sind seit gestern, Donnerstag, auf dem Weg nach Spanien. Lauf Fahrer Ricky können wir aber erst Ende nächster Woche mit unserer Habe rechnen.
- Die zweite Arbeitswoche liegt hinter uns. Bei Patrick wird es langsam interessant.. sein Ziel lautet: Kosten senken! Bei mir.. meine aktuelle Arbeit fordert leider nicht direkt meine Hirnzellen, bin aber optimistisch, das sich das wieder ändert.
- Morgen machen wir einen Tagesausflug nach Cádiz: Bilder und Bericht folgen
- Unbedingt wichtig für alle Besucher: Vermeide grössere Euroscheine mitzubringen! Bezahlst du mit einem 100er sehen sie dich wie ein Schwerverbrecher an und testen widerwillig die Banknote.. am besten: 20er Noten!!
Wer mich kennt, weiss dass ich zur Entspannung gerne ein paar Längen schwimme. Ich machte mich also auf die Suche nach einem Schwimmbad. Zuerst richteten wir unser Hauptaugenmerk auf die Badis. Es ist kaum zu glauben, dass es in ganz Sevilla keine einzige öffentliche Badi geben soll! Diese Auskunft habe ich vom Verkehrsbüro erhalten. Sie gaben uns eine Übersicht ab mit öffentlichen Badis in den umliegenden Dörfern. Letzten Samstag machten wir uns dann auf, der Hitze zu trotzen und uns in Tomares ein kühles Bad zu gönnen. Mit dem Bus fuhren wir dorthin, inkl. umsteigen und auf den Anschluss warten.. nach einer Stunde Anfahrtsweg standen wir vor der Badi. Yeah! An der Kasse dann der Schreck: Sie lassen uns nur mit ID oder Pass rein! Aber hallo? Leider drückten sie kein Auge zu und wollten auch sonst kein Kärtli von uns akzeptieren. Unverständlich.. Tourismuswüste? Wir mussten wieder nach Hause! Das „Fräulein“ an der Kasse machte uns den Vorschlag, sie würde uns zwei Tickets reservieren.. wir könnten den Pass ja „rasch“ holen. Ich war echt sauer.. und das kommt so nicht oft vor.
Nun gut.. Abenteuer Badi abgeschlossen, ausserdem schliessen alle Badis dieses Weekend.. obwohl die Temparaturen immernoch hochsommerlich sind. Die Ferien gehen drum zu Ende und die Spanier müssen wieder zur Arbeit. Ich habe dann bei der Tourismus-Info nochmals nach einem Hallenbad nachgefragt. Sie meinten, es gäbe nur welche, die an ein Fitnesscenter angebunden wären und sie gab mir eine Liste mit etwas 5 Adressen. Daheim am PC entpuppten sich das alles als Fitnessclubs mit horrenden Mitgliederbeiträgen. Ich erzählte das am Montag meiner Arbeitskollegin Bea. Sie meinte, ihre Kollegin gehe in ein Hallenbad, ohne Mitgliederbeitrag. Sofort wurde ich hellhörig und klärte alles am PC ab. Das Bad lag auf der anderen Seite der Stadt, aber egal.. es gibt einen Bus.. und ich kann Schwimmen! Als ich das dann meinem Vermieter erzählte, dass ich schlussendlich doch noch ein Bad gefunden hätte, meinte er, wieso ich denn nicht in das Bad bei uns um die Ecke gehen würde?!?! Auf jeden Fall bin ich dann am Mittwoch gleich dorthin, etwa 5 Minuten von daheim und hab mir ein 10er Abo gelöst. Juhui, ich bin stolzer Besitzer eines Badi-Abos.
Dies ist nun meine Badi. Sie stammt meiner Meinung nach aus der „Vorkriegszeit“. Jeder muss eine Badekappe tragen, aber duschen muss man sich nicht unbedingt.. egal.. Auf dem Bild sieht die Badi irgendwie auch ganz toll aus
Zwei Bahnen waren für das „Freie Schwimmen“ reserviert, eine Bahn für Langsame und eine für Schnellere. Auf ein Neues nächste Woche!
Schönes Wochenende!
PS: Es ist auch in diesem Blog gestattet einen Kommentar zu schreiben
In den letzten Wochen hatten wir das Vergnuegen auf den spanischen Fernsehkanaelen einige High- und Lowlights mitzuverfolgen. Unabhaengig von der Art Programmes, eines bleibt gleich: Die Spanier sind sehr „Ich“ resp. „Wir“ bezogen. Einige Beispiele:
Olympische Spiele: Praktisch konstant wurde auf den zwei Staatssendern ueber die Spiele berichtet. Dies leider mit einer kleinen Einschraenkung. Berichtet wurde nur das, was fuer Spanien von Interesse sein koennte. Das heisst: Wenn ein Spanier um eine Medallie mitkaempfte wurde berichtet. Einzige Ausnahme: Jedes Rennen von Phelps und Bolt haben wir gesehen. Ansonsten eigentlich gar nichts. Keine Ahnung, wie die Chinesen und Amerikaner so viele Medallien gewinnen konnten. Dafuer kann ich euch jetzt bestens Auskunft geben ueber so tolle Diszplinen wie rhythmische Sportgymnastik (mit der Einschraenkung, dass ich nur ueber eine bestimmte Spanierin Bescheid weiss) und ueber das Mannschaftssynchronschwimmen (Toll diese Spanierinnen). Sportarten, wie Mountainbike, BMX, Schiessen, Segeln, 10 Kampf oder so, muessen an anderen Spielen stattgefunden haben.
Ach ja, Kanu ist mein absoluter Favorit! Das lustige daran ist, dass die Sportler mit ihrem Kanu ohne Vorwaertsbewegung in grosse Probleme kommen, da sich das Kanu von alleine dreht. Vor allem das Geplaenkel vor dem Start war ein Spektakel.
Flugunfall in Madrid: Traurig dieser Unfall – ein wahre Tragoedie. Bemerkenswert ist, dass nur ueber spanische Opfer berichtet wurde. Man koennte fast meinen, dass es nur solche gab. Dies war aber nicht der Fall.
Nachrichten: Regelmaessig werden Nachrichten ausgestrahlt. Leider kommen praktisch nur Meldungen aus Spanien zum Zug. Es wurde kaum ueber den Krieg in Suedossetien, ueber den Wahlkampf in Amerika noch ueber wirtschaftliche Themen berichtet. Man gewinnt fast den Eindruck, dass die Welt untergehen koennte, aber in Spanien nimmt man davon keine Notiz. Ist ja schliesslich kein spanisches Problem, oder?!
Aufhoeren moechte ich aber trotzdem noch mit etwas aufbauendem: Es gibt eine Sendung die heisst „El muro infernal“ – „die Hoellewand“. Das einzige Ziel besteht darin, dass man durch eine Mauer, welche sich vorwaertsbewegt, hindurchschluepft. Das Problem ist, dass in der Mauer meist sehr komische menschenkoerperartige Aussparungen sind, welche das durchschluepfen fast verunmoeglichen. Have a look: http://www.youtube.com/watch?v=qbDjCAqtMNY&feature=related oder auf http://www.elmuro.lasexta.com/
Keine Angst, dies wird kein Beitrag zu den olympischen Spielen, im Gegenteil. Man wird es nicht für möglich halten, aber in Spanien gibt es den fixen Ausdruck „los Chinos“ – die Chinesen. Dieser steht für all die kleinen bis grossen Läden, welche durch Chinesen geführt werden. Bei den Chinos gibt es praktisch alles zu kaufen. Alles ist wörtlich zu nehmen. Das Angebot fängt beim Hammer an und hört bei Pfannen auf. Spiele, Tupperware, Kissen, Putzzeug, Tassen, Pfannen,… einfach alles was in einem Haushalt benötigt wird. Halt wie einem unglaublich gut ausgestatteten Eisenwarenhandel. In der nahgelegenen Hauptstrasse unseres „Quartiers“ (in der Schweiz wäre es eine ganze Stadt), gibt es ungefähr vier Chinos. Zwei mit Haushaltswaren und zwei haben sich auf Lebensmittel spezialisiert. Die Läden haben von etwa 10 Uhr morgens bis 10 Uhr abends geöffnet. Wie genau die Öffnungszeiten sind, konnte uns nicht mal ein Chinese selber sagen. Einerseits weil diese praktisch mit Kind (mir gefiel vor allem das Baby auf der Verkaufstheke) und Kegel im Laden hausen und somit jederzeit verfügbar sind und anderseits weil sie, und das freut mich besonders, der spanischen Sprache noch viel weniger mächtig sind als ich (so was baut unglaublich auf).
Auffallend ist, dass in die Chinesen in jedem Laden einen Internetanschluss haben und konstant vor der Glotze sitzen, um irgendwelche Filme zu schauen oder im Netz auf chinesischen Seiten herumzusurfen.
Das mit der Sprache hat übrigens System. Clara, welche uns heute mit ihrem Sohn Marcos auf dem Weg nach Cadiz besucht hat, erzählte uns von einer chinesischen Schülerin, welche sich der spanischen Sprache fundamental verweigert hat, dies mit der Meinung, dass sie die Sprache nicht benötige, da sie ja nach der Schule sowieso in den Laden ihrer Eltern arbeiten gehe. Warum sich die Chinesen für ihre Invasion (glaubt mir es ist eine) ausgerechnet Spanien ausgewählt haben, konnte mir bis dato keiner erklären. Vielleicht liegt es am Nachzugseffekt. Einem gefiel es und da war auch schon der Rest.
Ich auf jeden Fall bin den Chinos dankbar, einige Ausflüge zur IKEA konnten wir uns sparen und günstiger war es wahrscheinlich auch. Die Spanier sind, so glaube ich wenigstens, weniger glücklich, da viele einheimische Läden vom Markt gedrängt wurden. Das gleiche geschieht übrigens auch mit den vielen kleinen Lebensmittelläden. Nur sind hier die Verdränger die Grossdiscounter, welche auch in der Schweiz langsam Fuss fassen (Lidl und Aldi). Ja, auch diese gibt es. Am bekanntesten ist hier aber Carrefour (die Spanier sprechen es etwa so aus: Garrefur), mit riesigen Läden (bei fünfzig Kassen habe ich mal aufgehört zu zählen…).
Die Crisis (Wirtschaftskrise), welche seit dem totalen Zusammenbruch der hiesigen Bauwirtschaft, um sich greift, begünstigt momentan das Auftauchen jeglicher Preisdumper. Nur schon der Umstand, dass die Inflation unglaubliche 5% beträgt und vor allem die Lebensmittel massiv teurer geworden sind, lässt viele Spanier in den Discountern einkaufen statt auf dem lokalen Markt.
Ich wünsche allen in der Schweiz einen guten Start in die neue Woche!
Als erstes möchten wir hier einen kurzen Moment innehalten und an all die Angehörigen denken, die Familie und Freunde beim Unglück von gestern in Madrid verloren haben.
Wir haben nun bereits unseren vierten Arbeitstag hinter uns. Noch können wir nicht allzuviel darüber sagen. Patrick ist sich am Einlesen und ich bearbeite eine Mega-Statstik (Zahlen, Formeln und Diagramme). Heute musste ich feststellen, dass Control-S in Spanien leider nicht Speichern heisst, sondern Unterstreichen. Leider hab ich das erst gegen Schluss der Arbeit herausgefunden. Hab mich zwar immer gefragt, warum Wörter zum Teil plötzlich unterstrichen waren.. als dann bei einem Sich-Aufhängen des PC’s nur noch die uralte Version da war, kam ich der Sache auf den Grund (Control-G! für „guardar“).
Am letzten Samstag sind dann auch wie bereits angekündigt die beiden IKEA-Sofas gekommen. Patrick hat sie ohne Fluchen zusammengebaut. Ich hab mich um den Pult und den Bürostuhl gekümmert. Die alten Sofas wurden unterdessen abgeholt und unser Festnetz-Telefon funktioniert auch wieder. Die Nummer dazu senden wie euch gerne per Mail.
Nun sieht die Wohnung schon ganz heimelig aus. Dank Sonja und Marco haben wir nun auch scharfe Rüstmesser.. danke fürs Swiss-Päckli! Supersache!
In gut einer Woche sollten dann auch unsere Schachteln eintreffen. Hand aufs Herz.. wir wissen schon gar nicht mehr, was wir alles eingepackt haben geschweige denn, wo wir den Inhalt versorgen sollen. Wir freuen uns auf die Überraschungen.
Heute um 20.00 Uhr kommt zum ersten Mal unsere Spanischlehrerin zu uns. Hab ich schon erzählt wie wir sie aufgespürt haben? Bevor wir an den Strand in die Ferien gefahren sind, haben wir verschiedene Schulen abgeklappert. Unterricht am Nachmittag war leider fast unmöglich. Überall wurden uns Einzelstunden zu deftigen Preisen empfohlen. An einer Schule (Name der Red. bekannt) bat uns die Sekretärin fünf Minuten zu warten damit wir dann mit einer Lehrperson „einen Kaffee trinken“ können. Dort regelten wir die Einzelheiten. Maria, so heisst unsere Lehrerin, kommt zweimal die Woche für je zwei Stunden zu uns. Erst macht sie mit Patrick 40 MInuten Grammatik, dann mit mir und zum Schluss bleiben 40 Minuten Konversation. Über den Preis wurde Stillschweigen vereinbart
Noch ein Wort zum Wetter.. es ist immer noch heiss. Vor allem zwischen 14.00 und 18.00 Uhr.
WIr geniessen es! Liebe Grüsse in die Schweiz!

